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WK richtet Ombudsstelle gegen Korruption ein

WK richtet Ombudsstelle gegen Korruption ein

Alt-Präsident Karl Koffler stellt sich unter der persönlichen Telefonnummer 0676/70 80 300 als Ansprechpartner für Unternehmen im Zuge der Connect-Affäre zur Verfügung.

Eine Anlaufstelle für Unternehmerinnen und Unternehmer richtet die Wirtschaftskammer Kärnten im Zuge der Affäre um die Werbeagentur Connect ein. Korruptions-Ombudsmann wird der frühere Kammerpräsident Karl Koffler. Sein Nachfolger, Präsident Franz Pacher, erwartet sich davon einen Beitrag zur Aufklärung von bislang veröffentlichten und eventuell weiteren Rechnungen: „Schon bisher sind Rechnungen über rund eine halbe Million Euro bekannt. Wir installieren daher eine ‚Firewall‘ gegen derartige Systeme, die dem Wirtschaftsstandort großen Schaden zufügen.“

Pacher betonte, er sei sehr zufrieden, dass es gelungen sei, mit dem ehemaligen WK-Präsidenten Koffler eine über jeden Zweifel erhabene Unternehmerpersönlichkeit für diese Aufgabe zu gewinnen. In einer hochentwickelten Wirtschaftsregion wie Kärnten müsse alles unternommen werden, um von solchen Gerüchten und Vorkommnissen in Zukunft nicht mehr betroffen zu sein. Pacher: „Wenn Unternehmen veranlasst werden, Zahlungen für dubiose Leistungen wie Layoutberatung an eine Partei zu leisten, dann ist das eine Katastrophe für den Wirtschaftsstandort. Es liegt mir sehr am Herzen, Kärnten von diesem Makel wieder zu befreien. Wir sind nicht part of the game!"

Die nunmehr mit Koffler besetzte Anlaufstelle soll einen Beitrag dazu leisten, ein eventuell landesweit agierendes Provisionssystem offenzulegen. Unternehmerinnen und Unternehmer, die im Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen Provisionszahlungen an Agenturen oder direkt an Parteien geleistet haben oder zur Übernahme von Rechnungen Dritter angehalten wurden, können durch ihre Informationen an den Korruptionsombudsmann Koffler dazu beitragen, diesem System das Handwerk zu legen. Koffler: „Vertraulichkeit wird das oberste Gebot sein. Niemand muss befürchten, am nächsten Tag in der Zeitung zu stehen.“ Es handel sich dabei um ein heikles Thema, das von großen Landesaufträgen bis zu den kleinen Gemeinden reichen könne. „Solche Dinge, wie sie im Raum stehen, dürfen wir nicht einreißen lassen und müssen sie, wenn sie vorkommen, abstellen.“ Bei konkreten Hinweisen werde man die rechtliche Beratung des Präsidenten der Kärntner Anwaltskammer, Dr. Gernot Murko, in Anspruch nehmen.

Die Enthüllungen der vergangenen Wochen über die unzulässige Verquickung von öffentlichen Aufträgen mit Zahlungen an eine politische Partei in Kärnten hätten viele Menschen sehr betroffen gemacht. Koffler will deshalb in den kommenden Monaten seine Glaubwürdigkeit als Unternehmer und seine Erfahrung als Interessenvertreter einbringen, um Unternehmern, aber auch anderen Personen mit diesbezüglichen Erlebnissen als vertrauenswürdiger Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen: „Mir geht es nicht um die parteipolitische Verwertung von Informationen, sondern darum, in gemeinsamer Abwägung mit dem Unternehmer zu prüfen, welche Schritte unternommen werden können, um unsaubere Verquickungen von Geldzahlungen und öffentlichen Aufträgen künftig zu verhindern.“ Dabei handel es sich um eine subtile Angelegenheit, ist Koffler bewusst: „Von mir wird niemand Details über diese mir eventuell anvertrauten Informationen erhalten, auch nicht der Herr Präsident.“ Seine neue Aufgabe will der Korruptionsombudsmann – auch politisch - völlig unabhängig wahrnehmen: „Ich werde ohne Ansehen der Person handeln – davon können Sie ausgehen.“