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Millionengrab Fußballstadion: Wirtschaft droht mit Steuerboykott

Millionengrab Fußballstadion: Wirtschaft droht mit Steuerboykott

Politischer und kaufmännischer Dilettantismus der Stadt sprengt Grenzen des Zumutbaren, kritisiert Wirtschaftsvertreter Malle: Entscheidungsunfähigkeit kostet den Steuerzahler 8.000 Euro - weit über 100.000 Schilling - am Tag.

Die nunmehrige Absage des Cupfinales im Wörthersee-Stadion ist der Tropfen, der für Wirtschaftsbunddirektor Markus Malle das Fass zum Überlaufen bringt. Das mittlerweile beinahe drei Jahre andauernde Drama um das Millionengrab müsse nun endlich ein Ende finden, verlangt Malle heute nach Bekanntwerden des Spielentzugs: „Jahrelang zahlen die Klagenfurter Steuerzahler – und damit auch die Unternehmer – Millionen für ein desolates Stadion und einen unterklassigen Fußballverein. Und jetzt können aufgrund von Baumängeln und fehlender Genehmigungen nicht einmal die wenigen interessanten Spiele ausgetragen werden? Der politische und kaufmännische Dilettantismus der Verantwortlichen, allen voran des Bürgermeisters und seiner Laienspieltruppe, sprengt endgültig die Grenzen des Zumutbaren!“

Seit Jahren zahle die ohnehin knapp vor der Pleite stehende Landeshauptstadt Monat für Monat mindestens 250.000 Euro an Miete für die ursprünglich nur als Provisorium errichteten Oberränge, die zudem seit der Europameisterschaft 2008 kaum benutzt worden seien. Dennoch sei die Stadt seit drei Jahren nicht in der Lage, eine Entscheidung hinsichtlich des Rückbaus oder der endgültigen Fertigstellung zu treffen und auch zügig umzusetzen. Malle: „Das sind drei Millionen Euro pro Jahr, die der Stadt, ihren Bürgern, den Familien und den Wirtschafstreibenden fehlen, weil der Bürgermeister nicht fähig ist, eine Entscheidung zu treffen.“ Jeder Tag, den Scheider und seine FPK-Stadtregierung zaudernd und untätig vergehen ließen, würde die Stadt, ihre Bürger und Betriebe mehr als 8000 Euro – weit über 100.000 Schilling - kosten. Malle: „Und interessante Fußballspiele, wie das Cupfinale, können dann nicht einmal ausgetragen werden. Das ist wirklich der Gipfel politischer Verantwortungslosigkeit und Unfähigkeit.“

Dass die Stadt in dieser Situation allen Ernstes überlege, nach den verlorenen Millionenzuschüssen an den Pleitefußballklub Austria Kärnten seinen Nachfolger auf Regionalebene, die Austria Klagenfurt, wiederum mit 550.000 Euro an Steuergeld zu finanzieren, passe in das Bild der völligen politischen Orientierungslosigkeit, das die Stadt seit einiger Zeit biete. Malle will diesem „schildahaften Treiben der Ahnungslosen“ nicht weiter zusehen und droht Konsequenzen an: „Wir lassen rechtlich prüfen, in welcher Form die Wirtschaft einen Steuerboykott gegen die Landeshauptstadt verhängen kann. Die Klagenfurter Betriebe würden dann sämtliche Abgaben an die Stadt solange auf ein Treuhandkonto einzahlen, bis das Millionengrab Stadion samt Fußballverein von der Politik zugeschaufelt worden ist.“